Dienstag, 9. Juni 2015

Dorf-Show

Montag, 08. Juni 2015, Anelghowhat, Aneityum, Vanuatu. Besuch eines kleinen Dorfes im Südwesten von Aneityum

Am Morgen schaukelt der Kahn immer noch ziemlich heftig, aber im Laufe des Tages wird es weniger. Der Wind hat mittlerweile auf Südost gedreht. Um Halb eins holen uns die Felices mit ihrem Dinghy ab und wir fahren zum Strand, um Tim zu treffen, der mit uns zu einem kleinen Dorf wandern will. Die meiste Zeit gehen wir über den Strand und kommen nach nicht ganz einer Stunde in einem Village an, das nicht einmal von 20 Menschen bewohnt wird. Erreichbar ist dieses Dorf nur auf einem kleinen Pfad oder von See aus über den Strand.

Wir sind überrascht, dass uns in dem Dorf eine Vorführung der traditionellen Bräuche erwartet. An den Aufführungen ist mehr oder weniger die gesamte Einwohnerschaft beteiligt. Unsere kleine Gruppe, zu der auch die Hana Itis gehören, bekommt gezeigt, wie Baströcke hergestellt, oder Kava-Wurzeln zu Getränk verarbeitet werden. Das geht völlig anders, als in Fiji. Während dort die Wurzeln zu Pulver zermörsert werden, kaut man sie hier zu einem Brei, der später, mit Wasser vermengt, zum Getränk verarbeitet wird. Das Gebräu hier soll deutlich stärker sein, als das in Fiji. Probiert haben wir es bisher noch nicht. Das traditonelle Wäschewaschen im Fluss wird uns vorgeführt, wie anschließend auch noch ein ritueller Tanz. Das ganze Dorf ist ausgesprochen klein, die Häuser ausschließlich aus natürlichen Materialien gebaut und alles sehr sauber und aufgeräumt, obwohl Pam hier deutlich mehr Schaden angerichtet hatte, als in Anelghowhat. Die meisten Häuser waren zerstört, sind mittlerweile aber wieder aufgebaut worden. Leider hat der Zyklon auch die meisten Anbauprodukte zerstört, so dass zumindest eine Ernte ausgefallen ist. Das gilt auch für die meisten Pampelmusenbäume. Umso überraschter und erfreuter sind wir, dass jede Crew eine wunderbare, große Pampelmuse geschenkt bekommt, die man von einem entfernten Dorf geholt hat, wo es wohl noch ein paar Bäume mit Früchten gibt. Dieses Obst, dass wir in Französisch Polynesien so überaus schätzen gelernt hatten, haben wir in Fiji sehnlichst vermisst. Würde dort bestimmt auch wachsen, aber offenbar ist noch niemand auf die Idee gekommen, ein paar Bäume anzupflanzen.

Tim hat uns hierher geführt, weil er unsere Meinung wissen will, ob man diese Tour Kreuzfahrttouristen für 59 US-Dollar anbieten kann. Anders, als wir, würden sie auch per Boot hin und zurück gefahren, weil die meisten Cruise-ship Touristen übergewichtig seien und man ihnen eine einstündige Wanderung (one way) nicht zumuten könne. Die aktuelle Schwierigkeit besteht darin, dass man derzeit mit dem Boot nicht vorm Dorf anlanden kann, weil Pam den Sand des Strandes abgetragen und nur noch Steine übrig gelassen hat. Nun muss erst eine Schneise geschaffen werden, die man von Steinen frei räumt und in der dann die Boote trocken fallen können, um die Leute an Land zu bringen. Der Nachmittag hat uns ausgesprochen gefallen, und wir kennen ja nun doch schon so einiges aus dem Südpazifik. Ja, wir bestätigen Tim, dass diese Tour auf jeden Fall wert ist, angeboten zu werden und der Preis stimmt unseres Erachtens auch. So haben wir eine schöne win win Situation. Wir haben Tim geholfen und er hat uns einen wunderbaren Nachmittag verschafft. Dem Dorf spenden wir pro Person 1000 Vatu (etwa 10 Euro).

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